Studie: Bei Altersvorsorge setzen Deutsche verstärkt aufs Eigenheim

– von Anna Ringle-Brändli – Bei der privaten Altersvorsorge setzen die Deutschen laut einer Studie zunehmend auf die eigenen vier Wände. Unter Berufstätigen, die verstärkt für das Rentenalter vorsorgen wollen, favorisiere jeder Dritte den Bau oder Kauf einer Immobilie, sagte Postbankvorstand Michael Meyer am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Analyse. Das sei im Vergleich zu 2010 ein Anstieg um fünfzig Prozent.

Es gebe einen „massiven Trend“ hin zur Immobilie, sagte Meyer. Denn sie habe einen starken emotionalen Wert bei ihren Besitzern. Zudem bevorzugten viele bei der Altersvorsorge „einfache, greifbare Werte“.

64 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zählen laut den Studienergebnissen eine Immobilie zur idealen Altersvorsorge. Stark hinzugewonnen habe auch die Anlageform Gold. Demnach gehöre für jeden Vierten das Edelmetall zur idealen Altersvorsorge.

Die Liste führt jedoch die gesetzliche Rente beziehungsweise die Beamtenpension mit 77 Prozent an. Das zeige, dass die Deutschen das System für verlässlich und zukunftsfähig halten, teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund mit. Auf Platz drei rangiert die betriebliche Altersversorgung beziehungsweise die Zusatzversorgung für den öffentlichen Dienst mit 48 Prozent.

Schuldenkrise verstärke Sorge um Altersvorsorge

Die Schulden- und Finanzkrise im Euroraum empfänden die Deutschen zunehmend als eine Bedrohung für die Altersvorsorge, sagte Meyer. „Die Unsicherheit bei den Leuten ist so groß wie nie.“ Nur ein Drittel aller Deutschen, die noch nicht im Ruhestand sind, hielten die eigene Altersvorsorge für ausreichend. Jeder fünfte Berufstätige ab 50 fürchte sogar, im Alter in die Armut zu rutschen.

Zudem lässt laut Postbank das Interesse am Ausbau der privaten Altersvorsorge nach. Vier von zehn Berufstätigen hätten nicht vor, ihre Altersvorsorge mehr auszubauen.

Parallel seien die Ausgaben aller Berufstätigen für die Altersvorsorge zurückgegangen. Sie schrumpften laut Studie von monatlichen 200 Euro im Jahr 2010 auf 188 Euro pro Monat.

Die repräsentative Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012“ wurde im Auftrag der Postbank erstellt, das Institut für Demoskopie Allensbach befragte dazu 1.800 Bundesbürger.

dapd.djn/arb/pon