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Entwicklung des Immobilienmarkts in der Corona-Krise

Das Coronavirus legt weltweit die Gesellschaft lahm, mit immensen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Auch die Immobilienwirtschaft bleibt nicht verschont: Unternehmen schließen, das Reiseverbot führt dazu, dass Verträge nicht zustande kommen, auf den Baustellen sind nicht genügend Mitarbeiter. Die Coronamaßnahmen haben Auswirkungen auf alle Teilbereiche des Immobilienmarktes. Dieser zeigt sich trotz drastischer realwirtschaftlicher Veränderungen eher unbeeindruckt. Doch durch vermehrte Unternehmensinsolvenzen kann es zu deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen kommen. Das geringere Einkommen der privaten Haushalte könnte dazu führen, dass Immobilien vollständig neu bewertet werden müssen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V. sieht diese Gefahr derzeit noch nicht. Zuletzt sind die Kaufpreise für eine Immobilie in Deutschland stärker angestiegen als Mieten und Einkommen. Auch die weiterhin sehr günstigen Finanzierungsbedingungen sprechen dagegen, ebenso die Unterversorgung auf den Wohnungsmärkten in den Städten. Die Mieten steigen ebenfalls weiter. Für Thomas Wos, Immobilienexperte und Inhaber der WOS Swiss Investments AG spricht auch heute vieles für ein Immobilieninvestment: „Immobilien gelten heute als krisensichere Sachwerte, die – ganz im Gegenteil zu vielen anderen Anlageformen – einen längerfristigen Wertzuwachs ermöglichen und dabei noch als vergleichsweise sichere Kapitalanlage gehandelt werden.“ Insgesamt besteht ein geringes Risiko für spekulative Preisübertreibungen bei Wohnimmobilien. Fehlentwicklungen zeigen sich zunächst vereinzelt in den Großstädten, dann erst breiten sie sich aus. Thomas Wos ist Deutscher und lebt in der Schweiz. Er verwaltet Immobilien-Investments im Gesamtwert von 300 Millionen Euro und betreibt zudem eine Hotelkette.

Preise für Immobilien in Deutschland steigen

Auch staatliche Hilfen haben dazu beigetragen, dass es trotz der Coronakrise kaum zu Mietausfällen kam und der Immobilienmarkt stabil geblieben ist. Im Gegenteil, die Mieten und Immobilienpreise steigen, so eine aktuelle Untersuchung des DIW in Berlin. Für die Konsumenten ist das vielleicht weniger gut. Für Investoren sieht Thomas Wos hier einen wesentlichen Vorteil: „Geringe negative Wertschwankungen sowie langfristig konstante Einnahmen führen die Liste der Vorteile an.“ Allerdings weiß niemand, was bei einer zweiten Infektionswelle passiert, wenn ein weiterer Rückgang der Wirtschaftsleistung stattfindet.

Gefahr zweite Infektionswelle

Hier könnte es zu deutlichen Wertkorrekturen und auch Kreditausfällen kommen, so der Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik am DIW. Für Banken und Privathaushalte könnte eine gefährliche Abwärtsspirale beginnen mit sinkenden Einkommen, schrumpfender Wirtschaft und sinkenden Preisen. Wohngeld und Grundsicherung, Kurzarbeitergeld und Hilfen für Selbstständige haben den Immobilienmarkt stabilisiert. An diesen Maßnahmen sollte die Bundesregierung weiterhin festhalten.

Seit zehn Jahren steigen die Preise

Auf dem Immobilienmarkt in Deutschland steigen die Preise schon seit zehn Jahren. Davon sind mittlerweile fast alle Regionen erfasst. Das Immobilienmarktgeschehen hat sich durch die Coronakrise nicht beruhigt. Das ist eine gute Nachricht für die Stabilität auf den Finanzmärkten. Eine Krise im Immobiliensektor mit enormen Kreditausfällen könnte die Banken in Schwierigkeiten bringen. Eine spekulative betriebene Preisblase ist nirgends ersichtlich. Zudem prognostizieren die Wirtschaftsexperten, dass die Wirtschaft die Coronakrise schneller überwinden wird als zunächst angenommen. Bereits im nächsten Jahr ist mit einem neuerlichen Wirtschaftswachstum zu rechnen. Das sind gute Voraussetzungen, um in Immobilien zu investieren. Für Thomas Wos gibt es viele Gründe, die dafür sprechen: „Steuervorteile, die Möglichkeit, das Investment zu beleihen, die Immobilie als Altersvorsorge zu nutzen sowie der Schutz vor einer Inflation sind weitere Vorteile, die für eine Investition in Immobilien sprechen.“

Schnäppchen sind nicht zu erwarten

Mieter und auch Immobilienkäufer warten im Rahmen der Coronakrise eher vergeblich auf Schnäppchen oder ein großes Wohnungsangebot mit billigen Wohnungen, so Börsennachrichten der Tagesschau. Es gibt in Deutschland zu wenige Wohnungen, zu wenig Bauland. Deshalb ist auch davon auszugehen, dass die Preise weiterhin steigen und die Zinsen niedrig bleiben. Experten rechnen für das nächste Jahr mit einer Insolvenzwelle, die vor allem Kleinunternehmer trifft. Sie können dann ihre Kredite nicht mehr bedienen. Allerdings ist auch dann nicht mit Preisverfall zu rechnen, da die Nachfrage noch immer höher ist als das Angebot.

In Immobilien investieren – wie geht das?

Thomas Wos
Foto: Thomas Wos

Ein Immobilieninvestment ist für die meisten gleichzusetzen mit dem Kauf einer Immobilie, also einer Wohnung oder eines Hauses. Hier entscheidet stets der finanzielle Rahmen, was machbar ist. Ausschlaggebend kann auch die spätere Nutzung sein. Grundsätzlich ist es so, dass die Gestaltungsmöglichkeiten bei einem Eigenheim größer sind als bei einer Eigentumswohnung. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten, wie den Erwerb von Fondsanteilen an einem Immobilienfonds. Das hat, so Thomas Wos, einen entscheidenden Vorteil: „Es ist vergleichsweise leicht, die Fondsanteile wieder in Liquidität umzuwandeln.“

Es gibt auch Gefahren

Potenzielle Investoren sollten sich auch der Gefahren, die mit einem Immobilieninvestment einhergehen, bewusst sein. Die Investitionskosten sind relativ hoch. Wer eine Immobilie kauft, bindet sein Geld langfristig und ist an einen Standort gebunden. Deshalb sollte die Auswahl nicht leichtfertig erfolgen. Dubai liefert hier beeindruckende Zahlen, so Thomas Wos: „Die Quadratmeterpreise liegen beispielsweise in Dubai zwischen 5.000 und 15.000 Euro.“ Das macht es so interessant, dort in Bauprojekte zu investieren. Das sind immer langfristige Investments. Bei einer schlecht durchdachten Investition könnte der Ärger mit Mietern, die das Objekt beschädigen, ebenso lange anhalten. Dann kommen auf den Eigentümer noch hohe Folgekosten zu.

Titelfoto: pixabay.com

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