Start Ratgeber Hausbesitzer sollten einen systematischen Frühjahrscheck vornehmen

Hausbesitzer sollten einen systematischen Frühjahrscheck vornehmen

Die Sonne bringt es an den Tag. Der lange und kalte Winter hat dem Haus arg zugesetzt. Darauf kann nicht nur eine grüne Algenschicht hindeuten, die sich an der Fassade gebildet hat. Auch aufgeplatzter Putz oder lockerer Fugenmörtel sind Folgen von Feuchtigkeit und Kälte. Auf den ersten Blick kaum zu sehen sind Haarrisse. Wenn sie schmaler als 0,2 Millimeter sind, gelten sie noch als unproblematisch. Größere dagegen müssen behandelt werden, da sonst Wasser eindringen und weitere Schäden anrichten kann.

«Hausbesitzer sollten in jedem Jahr einen ausgiebigen Frühjahrscheck an ihrer Immobilie vornehmen», rät Wilhelm Birzer von Regionalbüro Bayern des Bauherren-Schutzbundes (BSB). «Am besten ist es, dafür einen jährlich wiederkehrenden Termin zu setzen.» Bei der Besichtigung des Hauses sollten alle auch noch so kleinen Veränderungen erfasst werden. Hilfreich ist es, die Aufzeichnungen zurückliegender Jahre zum Vergleich hinzuzuziehen. Das vermeidet Betriebsblindheit. «So entgehen Bauherren der Versuchung, Mängel zu übersehen, weil diese schon lange da waren», sagt Birzer.

Bauherren-Schutzbund und der Verband Privater Bauherren (VPB) haben Checklisten für den Frühjahrcheck zusammengestellt, die auf ihren Homepages heruntergeladen werden können. Damit können Hausbesitzer systematisch in einzelnen Schritten das komplette Bauwerk und die technischen Anlagen untersuchen.

Das Dach checken

Da Wind und Wetter vor allem auf das Dach einwirken, sollte diesem besondere Aufmerksamkeit beigemessen werden, empfiehlt der VPB. Zu prüfen ist, ob alle Dachziegel noch fest und am richtigen Platz sitzen. Die Einfassungsbleche rings um den Kamin, an den Gauben und in den Kehlen müssen auf Risse und Feuchtigkeitsschäden untersucht werden. Letztes Herbstlaub muss aus den Regenrinnen entfernt werden, damit das Regenwasser wieder ungehindert abfließen kann.

An der Fassade sollten sichtbare Schäden wie Putzrisse, Sockellöcher und lockere Klinkerriemchen schnell behoben werden, rät der Verband Holzfaser Dämmstoffe (VHD). Kritische Punkte sind der Sockelbereich des Hauses, die Fensterausschnitte nebst Regenabläufen, die Eingangs- und Terrassentüren sowie sonstige Durchdringungen der Gebäudehülle. Angriffspunkte bilden oftmals auch Außensteckdosen, Wasserhähne, Verankerungen von Vordächern, Fensterläden, Wandleuchten und Markisen.

Kontrollieren kritischer Problempunkte

Kontrolliert werden sollten unbedingt die Regenschutzschienen von Terrassen-, Haus- und Hoftüren. Denn wenn sie kleine Risse haben, kann die Feuchtigkeit unter den Estrich laufen. Hausbesitzer sollten die Fugen deshalb mit Silikon abdichten. Wenn Türen klemmen, sollten sie etwas abgeschliffen werden, um Zargen und Mauerwerk zu schonen. Besonders zu achten ist auf Schimmelbefall. Schimmel an Wänden oder Decken kann sich als Folge von unzureichendem Heizen oder Lüften, aber auch von mangelnder Wärmedämmung gebildet haben. Auch Schäden am Dach oder an der Fassade begünstigen die Schimmelbildung. Sowohl der Schimmel selbst als auch seine Ursachen müssen so schnell wie möglich beseitigt werden, meint die Dekra. Sonst drohen gesundheitliche Schäden.

Wichtig ist, dass Dach und Fassade im Frühjahr richtig austrocknen. Deshalb sollte alles beiseite geräumt werden, was die Luftzirkulation beeinträchtigt, etwa an der Hauswand gestapeltes Material oder provisorische Abdeckungen. Gegebenenfalls müssen auch zu dicht am Haus stehende Bäume und Sträucher zurückgeschnitten werden, damit Licht und Sonne an das Mauerwerk gelangen.

Die Experten empfehlen, Reparaturen nicht auf die lange Bank zu schieben und auch kleine Schäden umgehend zu beheben. Denn wer auf Sanierungen verzichtet, vergrößert am Ende den Schaden.

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