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Spechte als unverwünschte Untermieter

Berlin (dapd). Eigentlich gehört er auf den Baum. Doch so manchem Specht haben es Hausfassaden angetan, vor allem Mauern mit einer Schicht aus Isoliermaterial. „Wenn er erst einmal Gefallen an einer Hauswand gefunden hat, kann er teure Schäden verursachen“, sagt Klaus Kellhammer vom Verband Privater Bauherren (VPB). Mit ihrem Schnabel hackten die Vögel Löcher in den Verputz und die Wärmedämmung, so dass Feuchtigkeit in die Dämmschicht eindringen könne. Deshalb sollte man die Tiere möglichst schnell verscheuchen. Kellhammer empfiehlt: „Da die Vögel ruhige Orte bevorzugen, helfen Lärm und Flatterbänder sehr gut, um sie zu vertreiben.“

Warum „Fassadenspechte“ ausgerechnet den Putz einer Hauswand anpicken, darüber rätseln Bausachverständige und Vogelschützer gleichermaßen. Der griffige Putz sowie der hohle Klang, der beim Hacken in die Wand entsteht, lasse die Vögel womöglich glauben, es handele sich um einen Baum.

„Hauptsächlich kommen Spechtlöcher bei Fassaden mit Styropordämmung vor. Der hohle Klang ist dort besonders ausgeprägt“, sagt Architekt Kellhammer. Er rät deshalb zu einer Mineralfaserdämmung. Diese sei zwar teurer, aber das Risiko, „Fassadenspechte“ anzulocken, sei sehr gering. Festere Oberflächen wie Verkleidungen aus Platten oder eine dicke Putzschicht über der Wärmedämmung böten ebenfalls einen guten Schutz: „Ideal ist eine ein Zentimeter starke Putzschicht, die aus sieben Millimeter starken Gewebespachtelungen und aus drei Millimetern Oberputz besteht.“ Vorbeugende Maßnahmen lohnten auch deshalb, weil Schäden durch Spechtlöcher an der Fassade nicht von Versicherungen bezahlt würden.

Wer die Dämmung mit Holz, Metall oder Kunststoff verkleidet oder mit Klinker, Ziegeln oder Natursteinen verblendet, müsse darauf achten, die Fassade zu hinterlüften. „Dafür lässt man einen Abstand zwischen Dämmung und Verkleidung. So kann Feuchtigkeit, die sich dazwischen ansammelt, entweichen“, erklärt der VPB-Experte. Zu- und Abluftöffnungen sowie Dachvorsprünge und Pfettenüberstände sollten außerdem mit Vogelschutzgittern versehen werden, damit Vögel sich nicht einnisten können.

Sind bereits Vögel eingezogen, um zu brüten, müssen die Sanierungs- oder Reparaturarbeiten warten. „Spechte, Schwalben oder Fledermäuse sind vom Gesetz geschützt und dürfen nicht gejagt werden“, warnt Kellhammer. Wenn man Spechtlöcher ausbessern wolle, müsse man warten, bis die jungen Vögel ausfliegen. Bei geplanten Wärmedämmmaßnahmen sollte sich der Hausbesitzer vorher über behördliche Auflagen und bautechnische Möglichkeiten mit einem Bausachverständigen beraten. Wen die Brutstätten nicht stören, der könne sie bei der Sanierung einfach in die Wärmedämmung einbauen.

dapd

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