Nachhaltiges Putzen schont Geldbeutel und Abwässer

Nachhaltiges Putzen schont Geldbeutel und Abwässer

Berlin (ddp). Weniger ist manchmal mehr. Das gelte auch für die Dosierung von Reinigungsmitteln beim Hausputz, sagt Brigitte Kluth-Kosnik, Umweltexpertin bei der Stiftung Warentest in Berlin. «Niemand muss ein Putzteufel sein, um alles rein zu halten», erklärt die Fachfrau und rät stattdessen zu einer nachhaltigen Reinigung im Haushalt. Es sei völlig ausreichend, mit Augenmaß zu putzen, anstatt pausenlos vermeintlichen Keimen hinterherzujagen. «Das schont die Nerven, den Geldbeutel und die Abwässer», so Kluth-Kosnik. «Was sauber aussieht, ist meist auch hygienisch unbedenklich.»

Beim Einsatz flüssiger Reiniger sollten Hausfrauen und Hausmänner unbedingt auf hinreichende Verdünnung achten. «Halten Sie sich an die Dosieranleitung und benutzen Sie Dosierhilfen, ein ausrangiertes Millilitermaß oder ein zuvor ausgemessenes Gefäß», empfiehlt die Umweltexpertin. Im Zweifelsfall sei es besser, stärker zu verdünnen und mehrmals über den Schmutz zu wischen, als unnötig Chemikalien zu verschwenden. Stark verschmutzte Stellen dagegen sollte man gezielt mit unverdünntem Reiniger behandeln.

Die im Handel oftmals vollmundig angepriesenen Kraftreiniger sind nach Worten von Brigitte Kluth-Kosnik nicht immer die beste Wahl. «Für normale Verschmutzungen reichen schonende Allzweckreiniger, eine Scheuermilch oder ein Spülmittel völlig aus», rät sie. Nur bei hartnäckigem Fettschmutz, dicken Kalkbelägen oder Rostflecken seien die aggressiven Kraftreiniger effektiver. Doch Vorsicht: Man sollte sie nur gezielt und sparsam einsetzen. Viele Mittel greifen Oberflächen an. Säurehaltige Kraftprotze können zum Beispiel Marmor, Fugen, Fliesen, Emaille, Kupfer oder Textilien schädigen, Fettlöser greifen Holz und lackierte Oberflächen an. Auch Kunststoffe können leiden. «Ganz und gar verzichten sollten Sie auf antibakterielle Reiniger und Desinfektionsmittel», warnt die Expertin. Häufiges Händewaschen sei für die Hygiene viel entscheidender.

Kalkflecken lassen sich am besten mit einem sauren Bad-, Essig- oder Zitronenreiniger entfernen. Ein mit diesen Mitteln getränktes Küchenpapier löst nach längerem Einweichen auch dünne Kalkschichten ab. Gegen dickere Beläge empfiehlt Kluth-Kosnik spezielle Kalklöser oder saure Kraftreiniger. Am besten aber lasse man Kalk gar nicht erst entstehen, sagt die Öko-Beraterin: «Wer Badewanne, Dusche, Waschbecken und Armaturen gleich nach dem Benutzen trockenwischt, zum Beispiel mit Abzieher und Mikrofasertuch, verhindert Kalkablagerungen und spart sich teure Reiniger.»

Die eingesetzten Putztücher indessen sollten stets gründlich und nicht zu selten gereinigt werden. «Ob einmal in der Woche oder nach jeder Benutzung, das ist Ansichtssache», beschreibt die Expertin. Aber spätestens, wenn sie übel riechen, gehören waschbare Tücher bei 60 Grad in die Waschmaschine, Schwämme und Spülbürsten in den Geschirrspüler. Dabei sollte immer alles gut ausgespült und getrocknet werden.

Bei der Reinigung von Bodenbelägen ist es umweltschonender, den Schmutz wegzufegen, als den Staubsauger anzustellen. «Denn dabei wird nur die eigene Muskelkraft und kein Strom verbraucht», so Brigitte Kluth-Kosnik, «außerdem landet der Dreck im Müll und nicht im teuren Staubsaugerbeutel.» Andererseits werde beim Fegen auch viel Staub aufgewirbelt, der die Raumluft belaste und sich auf anderen Flächen absetze. Daher sei besonders bei feinem Schmutz das Saugen effektiver. Bei der Wahl des Staubsaugers gibt die Expertin zu bedenken, dass hohe Wattzahlen noch kein gutes Gerät ausmachen. Entscheidender sei die Konstruktion. Besonders wichtig seien ein wirksames Filtersystem mit sehr gutem Staubrückhaltevermögen und ein möglichst geringer Stromverbrauch.

Flecken im Teppich entfernt man möglichst sofort. «Lockeren Schmutz absaugen, Flüssiges mit einem weißen, sauberen Tuch von außen nach innen abtupfen – nicht reiben», empfiehlt Brigitte Kluth-Kosnik. Rückstände werden dann mit lauwarmem Wasser behandelt. Bei Fettflecken helfen Teppichshampoo oder Fleckentferner, aber keine Seife, Wasch- oder Spülmittel: Sie lassen sich nach Angaben der Expertin nur schwer wieder auswaschen, der Teppich verklebt und zieht Schmutz an. Auch vor dem oft empfohlenen Zaubermittel Salz bei Rotweinflecken warnt die Beraterin: «Das wirkt selten, kann aber die Fasern zerstören. Wasser und Teppichshampoo sind besser.» Ebenso wenig sollte man buntes Kerzenwachs mit Löschpapier aufbügeln, denn dies kann abfärben. Ratsamer sei es, das Wachs vorsichtig mit einem Löffel abzuschaben und danach bei Bedarf Fleckentferner einzusetzen. Kaugummi kann mit Kältespray behandelt werden, bis es abbröckelt, die Reste in den Fasern lassen sich mit Teppichshampoo entfernen.

(ddp)