Garten für die kalte Jahreszeit vorbereiten – Aufräumen im Herbst

– von Katja Fischer –  Wenn das Laub fällt und die ersten Nachtfröste den Winter ankündigen, ist es höchste Zeit, den Garten auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Für viele Hobbygärtner ist der Herbst eine der arbeitsintensivsten Phasen im Jahr. Denn ihr Garten soll möglichst blitzblank in die Winterruhe gehen. „Aber das ist gar nicht nötig“, sagt Jürgen Hoppe, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Peter Behrens vom Bund deutscher Staudengärtner rät ebenfalls zur Zurückhaltung: „Statt alles abzuschneiden und zu entsorgen, sollte man lieber die Färbung des Herbstlaubs genießen.“

Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit

Allerdings gibt es einige Arbeiten, die aus Sicht der Experten jetzt sinnvoll sind. „Der Herbst ist eine ideale Pflanzzeit für Bäume, Obstgehölze, Stauden und Rosen“, sagt Behrens. Sie können dann vor dem Winter noch gut einwurzeln und haben gegenüber einer Frühjahrspflanzung einen deutlichen Wachstumsvorsprung. Auch Frühblüher sollten jetzt als Zwiebeln eingesetzt werden, damit Tulpen, Schneeglöckchen und Narzissen nach dem Winter sprießen können.

Empfindliche Pflanzen wie Palmen, Hibiskus oder mediterrane Gartenkräuter müssen vor den ersten Nachfrösten geschützt werden. Man kann sie mit Vlies oder Jute abdecken. „In Gegenden, wo es besonders kalt wird, müssen sie ins Haus geholt werden“, erklärt Garten- und Landschaftsbauunternehmer Hoppe. Manche Gärtner lassen die Pflanzen ihrer Kunden auch in ihren Gewächshäusern überwintern.

Rosen brauchen Extrapflege

Zwiebeln von Dahlien und Gladiolen müssen ausgegraben werden: Im Freien überstehen sie den Winter nicht. Auch Rosen brauchen eine spezielle Vorbereitung. Hoppe rät, die Hagebutten wegzuschneiden, weil sonst die Pflanze ihre Kraft zu sehr in die Samenbildung stecke. Die Rosen sollten außerdem angehäufelt und gegebenenfalls nachgemulcht werden.

„Gehölze und Stauden brauchen erst nach dem Winter zurückgeschnitten zu werden“, ergänzt Staudenfachmann Behrens. Nur kranke Blätter müssen jetzt entfernt werden. Bei Gräsern und Samenständen könne man mit dem Schneiden bis zum Frühjahr warten, bevor der neue Austrieb beginnt. Sie geben dem Experten zufolge nicht nur im Herbst, sondern auch noch im Winter ein schönes Bild ab, wenn sie leicht von Schnee bedeckt sind.

Beide Fachleute sind sich einig, dass Laub von Bäumen nicht radikal aus dem Garten entfernt werden sollte. „Es ist eine organische Substanz, die dem Boden gut tut“, sagt Jürgen Hoppe. Besonders auf Beeten und in Rabatten können einige Blätter liegen bleiben, denn sie bilden dort einen guten Winterschutz. Peter Behrens empfiehlt sogar, einen größeren Laubhaufen als Unterschlupf für Kleintiere und Igel in einer Gartenecke zu belassen.

Vor dem Winter noch mal Unkraut jäten

Vom Rasen muss das Laub aber möglichst vollständig entfernt werden, denn er bleibt im Winter grün und muss weiter atmen. Gegebenenfalls sollte er zusätzlich mit Kali gedüngt werden.

Im gesamten Garten wird vor dem Winter noch einmal gründlich Unkraut gejätet. Wer ein Gemüsebeet hat, kann auf die Brachfläche etwas Gründünger geben, am besten Phazelia. Damit sammelt sich Stickstoff und das Unkraut wächst nicht so stark nach.

Gartengeräte gut ölen und einmotten

Sind alle Arbeiten im Garten erledigt, sind die Gartengeräte an der Reihe. A und O ist eine gründliche Reinigung. „Wer bei der Anschaffung auf Qualität geachtet hat, kann die Geräte besser pflegen als Billigprodukte“, ist die Erfahrung von Peter Behrens. Vor allem bei Gartenscheren sollte darauf geachtet werden, dass sie sich demontieren und somit leichter reinigen und einfetten lassen. Elektrische Rasenmäher müssen vor der Winterruhe gut gesäubert und eingeölt werden. Bei Motorrasenmähern seien eine Inspektion und eventuell ein Ölwechsel sinnvoll.

Wer seinen Garten das ganze Jahr über gründlich pflegt, muss sich auch im Herbst keinen Stress machen. „Die meisten Pflanzen sind nicht so empfindlich, wie man denkt. In der freien Natur überleben sie ja auch ohne zusätzliche Pflege“, meint Jürgen Hoppe. Vor allem Gärten, die schon länger bestehen und in denen alle Pflanzen gut eingewachsen sind, hätten in normalen Wintern kaum Probleme.

dapd/kaf/esc